Donnerstag, 18. Januar 2018

Vater Erde


Nix gegen den ein Meter großen Holzpenis, der unter geheimnisvollen Umständen seinen Weg auf den Ötscher fand – aber mit der schnöden Menschenhand kann es die Natur schon längst aufnehmen. Da demonstrierte mir im vergangenen Herbst doch tatsächlich Vater Erde auf imposante Art und Weise seine Männlichkeit … oder so. Wer bei diesem Anblick keine eindeutigen Assoziationen vor dem inneren Auge hat, der dürfte immun gegen das Thema als solches sein:


Im Weitergehen setzte sich in meinen Gedanken eine Kettenreaktion in Gang – ein Reigen entstand, an dem Schnitzler seine pure Freude gehabt haben dürfte:

Wald und Sex. Erst kürzlich habe ich im Buch Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald von Clemens Arvay gelesen, die Natur sei die beste Sexualtherapeutin. Der Wald als Ort der Vielfalt und des Lebens aktiviere Sinne, Phantasie und Körperwahrnehmung und könne als besonders anregendes Ambiente dienen für Abenteuer ebensolcher Art. Hm, jaja …

Dann: Sex und Essen, das ist ja klar. Die sprichwörtliche Liebe geht durch den Magen, immer. Da braucht es nicht einmal die oft zitierten Aphrodisiaka dazu. Und überhaupt: Everything about food and cooking is a metaphor for sex. Alles, echt? Äh …



Essen und Wald, damit schließt sich der Kreis. Giersch, Brennnesselkraut und -samen, Taubnesselblüten, Bärlauch, Löwenzahn, Sauerklee, Fichtentriebe, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Hagebutten, Blätter von Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren für den Tee, Holunderblüten und -beeren, Pilze so vieler Art, junge Buchen- und Lindenblätter, Birkenwasser, Bucheckern, Lindenknospen, Löwenzahnwurzeln und Eicheln für Kaffee, Knoblauchsrauke, Gundelrebe, Waldmeister, Bärenklau, Engelwurz, Bitteres Schaumkraut, Schlehdorn – ach, die Natur kann uns aufs Beste und Feinste versorgen, völlig kostenlos, rund ums Jahr. Was für ein schönes, was für ein beruhigendes Gefühl.

Schlaraffenwald, ich komme!


Haselnuss-Grünkern mit Pilzen & Zucchini

Ein wunderbares Rezept der Kategorie Vollwertküche 1.0, als sich noch niemand für Qualitäten wie laktosefrei oder fettarm interessierte. Es stammt von Barbara Rütting und hat mir sehr gut geschmeckt.

Zutaten für 3 – 4 Portionen

Für den Grünkern
250 g Grünkern
450 g Wasser
1 Gemüsesuppenwürfel (alternativ würzen mit Salz, Pfeffer, Kräutern, …)
1 Stich Butter
60 g Haselnusskerne

Für das Gemüse
½ Zwiebel
1 Knoblauchzehe
250 g Pilze (ich habe 125 g Champignons und 3 Stück Parasol verwendet)
1 Zucchini
1 EL Butter
1 EL Rapsöl
3 EL Crème fraîche
2 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer

Zum Garnieren
frische, gehackte Petersilie

1. Am Vortag den Grünkern im Wasser einweichen und über Nacht quellen lassen.

2. Am nächsten Tag den Grünkern mitsamt dem Wasser und dem Gemüsesuppenwürfel aufkochen und auf kleiner Flamme etwa 20 – 25 Minuten ausquellen lassen.

3. In der Zwischenzeit die Haselnüsse trocken rösten, auf ein Geschirrtuch geben, einschlagen und so gut es geht die Schale abreiben. Haselnüsse grob hacken.

4. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

5. Pilze klein schneiden, Zucchini in Scheiben schneiden und je nach Größe auch halbieren.

6. Butter und Rapsöl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel sowie Knoblauch darin hell anschwitzen. Pilze und Zucchini zugeben und bei mittlerer Hitze braten, bis das Gemüse zu bräunen beginnt. Von der Hitze nehmen, Crème fraîche und Petersilie unterrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

7. Sobald der Grünkern gar ist, die Butter untermischen.

8. 1 EL der Haselnüsse für die Dekoration beiseitelegen und den Rest kurz vor dem Servieren ebenfalls unter den Grünkern mischen.

9. Grünkern auf Tellern anrichten, das Gemüse daraufsetzen und mit Nüssen und frischer Petersilie bestreuen.


Sonntag, 14. Januar 2018

Der ig und sein Bruder


Bei uns am Land ist es Brauch (geworden), runde Geburtstage marktschreierisch vor der Haustür anzupreisen: Große Tafeln mit Wünschen, Reimen und oft arg unvorteilhaften Fotos, bunte Luftballons und zuweilen auch lebensgroße Puppen, die den Gratulanten à la Heiteres Beruferaten in für ihn typischen Positionen / Aktionen zeigen, werden von Verwandten, Freunden und Kollegen in Nacht-und-Nebel-Aktionen heimlich und zeitgerecht positioniert, auf dass sich das Geburtstagskind am Morgen darüber freue.

Nun darf das ja jeder so halten, wie er mag, da bin ich eh nicht so. Nach anfänglicher Fremdschämerei hab ich mich mittlerweile sogar daran gewöhnt. Nur halt an einen nicht, an einen furchtbar hartnäckigen Zeitgenossen, der Hand in Hand mit diesem Brauch durch die Lande zieht: an den ig. Der ig ist, so vermute ich, ein direkter Nachkomme vom Katastrophenapostroph und feiert auf den Tafeln fröhliche Urständ‘: Hans, du bist 60ig! Alles Gute!, lässt sich da dann lesen, oder: Hurra, Hurra, die Rosa, die ist 40ig Jahr! Und nein, hier rede ich nicht von Einzelfällen – der ig hat sich tatsächlich etabliert.

Wenn ich den ig sehe, muss ich lachen. Weniger lauthals, mehr in mich hinein: Der Hans ist also sechzigig, hihi. Dieses Lachen blieb mir kürzlich allerdings fast im Halse stecken – hab ich doch entdeckt, dass der ig einen Bruder bekommen hat. Sie haben ihn auf den Namen ert getauft.



Orangensalat mit Aroniabeeren und Berberitzen

Ein saftigiges und cremigiges Dessert, das mich so richtigig verzaubertert hat … :-)
Verzeiht, das konnte ich einfach nicht lassen. Aber ganz im Ernst: Der Salat an sich schmeckt schon absolut himmlisch, ist leicht und ohne Aufwand zuzubereiten. In meinen Nachtisch-Himmel hebt ihn dann aber erst eine meiner Entdeckungen aus dem Buch Vegane Vorratskammer von Miyoko Schinner: Die bessere Schlagsahne. Ich bin regelrecht verblüfft! Sie wird zwar nicht so fluffig wie herkömmliches Schlagobers, ist aber doch locker und stabil und lässt sich wunderbar dressieren. Ich bin mir sicher, dass sie sich auch als Füllung in Torten oder Rouladen hervorragend verwenden lässt. Noch dazu schmeckt sie mir so richtig gut! Laut Miyoko Schinner kann sie außerdem sogar mit Wasser statt mit Pflanzenmilch zubereitet werden.

Zutaten für 4 Portionen

Für den Orangensalat
4 TL getrocknete Aroniabeeren
4 TL getrocknete Berberitzen
4 Orangen
4 TL Ahornsirup

Für das vegane / bessere Schlagobers (ergibt mehr als für 4 Personen benötigt wird)
25 g Cashewkerne
125 g raffiniertes Kokosnussfett
250 ml Sojamilch oder andere Pflanzenmilch (ich habe Mandelmilch verwendet)
50 – 80 g Zucker (der Zucker trägt zur Stabilität der Masse bei; ich habe 70 g verwendet, was ausreichend süß für mich war)
1 TL Vanilleextrakt

1. Aroniabeeren und Berberitzen mit kochendem Wasser übergießen und 30 Minuten quellen lassen. Abseihen und gut abtropfen lassen.

2. Die Orangen filetieren und dabei den Saft auffangen. Den Saft mit dem Ahornsirup vermischen.

3. Aroniabeeren und Berberitzen mit Orangensaft und Orangenfilets vorsichtig vermengen. Abdecken und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen (mindestens jedoch 1 Stunde).

4. Für das vegane Schlagobers die Cashewkerne mit kochendem Wasser übergießen und 30 Minuten einweichen. Abgießen und gut abtropfen lassen.

5. Das Kokosfett schmelzen und überkühlen lassen.

6. Alle Zutaten für das Schlagobers in den Standmixer geben und etwa 1 Minute auf höchster Stufe glatt pürieren. In einen Behälter füllen und gut verschlossen ebenfalls über Nacht kalt stellen. [Diese Masse hält sich im Kühlschrank bis zu einer Woche und lässt sich anscheinend sogar gut tiefkühlen, was ich jedoch nicht ausprobiert hab.]

7. Am nächsten Tag die Orangenfilets auf Tellern anrichten und mit dem Saft und den Beeren übergießen.

8. Die gut durchgekühlte Schlagobersmasse in eine (idealerweise gekühlte) Schüssel geben und mit dem Handmixer auf hoher Stufe 5 – 8 Minuten aufschlagen, bis sich weiche Spitzen bilden. Das Volumen nimmt durch das Schlagen nicht großartig zu, die Masse wird jedoch luftiger.

9. Schlagobers in einen Dressiersack füllen und auf den Orangensalat dressieren.


Idee für den Orangensalat aus: Essbare Stadt von Maurice Maggi.
Donnerstag, 28. Dezember 2017

New Year, new You


2018 wird vieles anders, vieles neu. Die Arbeitswelt erwartet mich bereits mit offenen Armen (wo ist bloß die Zeit geblieben!?), Kinder, Haus und Hund werden in diesem Jahr meinem Mann überlassen sein. Prioritäten werden sich verschieben, Gewohnheiten müssen aufgegeben, Festgefahrenes muss neu durchdacht werden.

Aber vieles, so hoffe ich, wird beim Alten bleiben. So wie die Begeisterung für gutes, hochwertiges, satt und glücklich machendes Essen und der Wunsch, diese Begeisterung weiterzutragen, hinein in meine kleine Familie, hinaus zu allen, die sich davon angesprochen fühlen.   



Und hey, wer könnte außerdem noch auf diese wunderbaren kulinarischen Zusammenkünfte verzichten, wie die der Rettungstruppe oder der Genussmannschaft in rot - weiß - rot? Ich nicht mehr!

Kurz vor Silvester haben wir (Danke Sina und Susi!) noch einmal einige Inspirationen aus dem österreichischen Küchenkastl für euch zusammengetragen: Glück zum Essen! Denn: Wie der Anfang, so das Ganze…


Neujahrsradl

Auch heuer wieder gibt es bei mir traditionelles Gebäck zu Silvester. Nach dem Neujahrsstern vom letzten Jahr darf heuer ein sogenanntes Neujahrsradl auf meinen Tisch. Dieses achtspeichige Wirbelrad zählt zu den Spiralgebäcken. Es verkörpert die Sonne und gilt als Symbol für Wärme, Licht und Fruchtbarkeit und das ewige, unendliche Leben. Einst wurde ihm eine schützende Kraft zugeschrieben – es sollte Unheil fernhalten und ein gesundes, langes und glückliches Leben bescheren.
Beim Teig habe ich mich für eine Rezeptur von Katharina entschieden – Vorteig und Mehlkochstück machen das Gebäck wunderbar weich und saftig. Dabei habe ich mir einige kleine Änderungen wie einen geringen Vollkornanteil und eine Reduktion der Salzmenge erlaubt.

Zutaten für 2 kleine oder 1 großes Neujahrsradl

Für den Vorteig
1 g frische Hefe
100 g Vollmilch
50 g glattes Weizenmehl
50 g Dinkel-Vollkornmehl

Für das Mehlkochstück
25 g glattes Weizenmehl
125 g Vollmilch

Für den Hauptteig
Vorteig
Mehlkochstück
80 g Vollmilch
75 g Butter
5 g Gerstenmalzextrakt
20 g Zucker
4 g frische Hefe
375 g glattes Weizenmehl
5 g Salz

Zum Bestreichen
1 Ei
1 Prise Salz
1 Prise Zucker

Zum Bestreuen (optional)
Staubzucker

1. Am Vortag den Vorteig herstellen: Die Hefe in der Milch auflösen, dann die beiden Mehle zugeben und alles gut vermischen. Abdecken und 1 – 2 Stunden bei Zimmertemperatur anspringen lassen. Danach für 18 – 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

2. Auch das Mehlkochstück am Vortag zubereiten: Mehl und Milch in einen kleinen Topf geben und mit dem Schneebesen glattrühren. Unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Masse eindickt. Abkühlen lassen, abdecken und ebenfalls für 18 – 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.

3. Am Backtag den Vorteig, das Mehlkochstück, Milch und Butter auf Raumtemperatur bringen.

4. Alle Zutaten bis auf die Butter in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Knethaken 10 Minuten auf niedriger Stufe kneten. Dann die weiche Butter in Stückchen zugeben und den Teig weitere 5 – 10 Minuten zu einem geschmeidigen und glatten Teig verkneten. Abdecken und bei Raumtemperatur 60 – 90 Minuten gehen lassen, bis er sein Volumen merklich vergrößert hat.

5. Teig kurz durchkneten, dann in vier (für ein Neujahrsradl) oder acht (für zwei) Portionen teilen. Die Teiglinge rund schleifen und unter einem Küchentuch 10 Minuten entspannen lassen.

6. Blech(e) mit Backpapier auslegen.

7. Die Teiglinge zu Strängen von 50 bzw. 60 cm ausrollen, dabei die Enden spitz zulaufen lassen. Nacheinander auf das Backpapier legen und die Enden ein Stück weit gegengleich schneckenförmig einrollen. Pro Neujahrsradl werden vier Stränge verwendet, diese werden wie acht Speichen eines Rades angeordnet.

8. Die Zutaten für die Eistreiche verquirlen. Neujahrsradl damit einstreichen.

9. Abdecken (zum Beispiel eine große Schüssel darüber stülpen oder das Blech in einen Plastiksack geben, den man soweit aufbläst, dass er das Gebäck nicht berührt, und dann verschließt) oder zumindest vor Zugluft schützen und etwa 45 Minuten gehen lassen.

10. Das Backrohr auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

11. Das Gebäck kurz vor dem Backen nochmals einstreichen und in 20 – 25 (für die zwei kleineren) bzw. 25 – 35 Minuten (für das größere) goldgelb backen.

12. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen oder schon lauwarm genießen.

Tipp: Das Neujahrsradl sieht auch unter einer dicken Staubzuckerschicht zum Anbeißen aus. Dann braucht es keine Eistreiche.

Tipp: Das Radl noch lauwarm in einem Plastiksackerl einfrieren. Bei Bedarf über Nacht im Sackerl auftauen und morgens 10 Minuten bei 200 °C aufbacken – schmeckt wie frisch gebacken!

Und außerdem noch am Silvesterbuffet:

Sina, die giftige Blonde mit einem Haselnusseis mit Eierlikör und Schokolade
Susi von Prostmahlzeit serviert eine Gulaschsuppe
Bei Christina von the Apricotlady gibt's einen Partysalat
Verena von Verena kocht bringt uns traditionelle Schweinshaxerl mit
Michaela von Genussatelier Lang hat Glücksbringer aus Germteig
Friederike von Fliederbaum hat Krenkekse aufs Silvesterbuffet gestellt.


Zu Neujahr

Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.

Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
möge dir gelingen.

Wilhelm Busch

Viel Glück im neuen Jahr – und ganz viel Sonne im Herzen …

Sonntag, 24. Dezember 2017

* Frohe Weihnacht *


Das Geheimnis der Weihnacht liegt darin,
dass wir auf der Suche nach dem Großen und Außerordentlichen
auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden.



Ein wunderbares Weihnachtsfest und stille und (be-)sinnliche Tage mit allen, die Euch lieb und teuer sind. 
Das wünscht Euch von Herzen: Euer Mädel.
Freitag, 22. Dezember 2017

You raise me up


Der kleine Mann und ich standen am Beginn eines einladend wirkenden Waldweges. Wir wollten ihn erkunden, Chi lief voraus. Es ging bergab durch den Wald, dann weiter bergab entlang einer Wiese. Der kleine Mann kugelte durch den Schnee und fand das alles ganz wunderbar. Irgendwann kam mir siedend heiß der Gedanke: Was wir da jetzt runterlaufen, das müssen wir auch wieder hoch! Und wie ich meinen Sohn so kenne, knicken ihm schon bald die Beinchen ein und er will – Traaaagen! - auf meinen Arm!!!



Ich teilte ihm meine Bedenken mit. Ohne aufzusehen von seiner Schneebaustelle meinte der aber nur: Keine Sorge, Mama. Und spielte weiter. Hey - das Kerlchen ist gerade mal drei Jahre alt – und sagt zu mir: Keine Sorge!? Ist das nicht eher, ähm, mein Job? Jetzt noch ein Chill doch mal – und es hätte mir mit einem Happs die Winterstiefel ausgezogen.

So weit kam es dann doch nicht – und als wir den Rückweg antraten, war ich ehrlich neugierig, wie wir den Anstieg meistern würden. Tapfer stapfte er also an meiner Hand durch den Schnee. Weiter, immer weiter nach oben. Ich rechnete jede Sekunde mit einem ersten leisen Jammern. Doch nichts geschah. Wir bestaunten die Bäume in ihrem glitzernden Dezemberkleid und versuchten, Eichhörnchen zu entdecken. Und plötzlich standen wir wieder dort, wo unsere Winterreise begonnen hatte. Ich kann euch sagen: Was war ich stolz. Kurz kam mir noch einmal die Sache mit dem Tragen in den Sinn: Natürlich trage ich meine Kinder. Ständig. Und das kann ganz schön anstrengend sein. Aber ziemlich oft tragen sie auch mich. Mit euch an meiner Seite schaffe ich jeden Gipfel…



Mandarinen-Eis mit Ingwer und Kardamom

Ich muss zugeben, ich bin eine Mandarinen-Ignorantin. Denn hier mache ich selten einen Unterschied: Mandarinen, Satsumas, Clementinen – das ist für mich ein und dasselbe. Mandarinen halt. Ich kenne das so, seit ich selber Kind war – und vermutlich wird es für immer so bleiben. Wie auch immer ihr das haltet und welche Sorte auch immer ihr für dieses herrliche Winterweihnachtseis verwendet – es wird schmecken.

Zutaten für etwa 8 Portionen

150 ml Mandarinensaft (ich habe 8 Mandarinen dafür ausgepresst)
250 g Ricotta
150 g Vollmilchjoghurt
100 g Sauerrahm
100 g Staubzucker
1 TL frisch geriebener Ingwer
¼ TL gemahlener Kardamom
¾ gestrichener TL Johannisbrotkernmehl

1. Mandarinensaft mit Ricotta, Vollmilchjoghurt, Sauerrahm und den beiden Zuckersorten glattrühren.

2. Ingwer, Kardamom und Johannisbrotkernmehl zugeben und gut untermixen.

3. Die Eismasse einige Stunden (das geht auch über Nacht) im Kühlschrank reifen und durchkühlen lassen.

4. In der Eismaschine gefrieren.

5. Die Eismasse sofort servieren, dann hat es die Konsistenz von Softeis. Oder in eine Kunststoffbox füllen und für ein oder zwei Stunden in den Tiefkühler geben, dann wird es fester – so, wie ich es mag.
Freitag, 15. Dezember 2017

Lussekatter 3.0


Habe ich erwähnt, dass ich verliebt bin? In diese Goldteilchen, Bauchschmeichler, Lichtbringer, Luxusschneckchen? Ja, hab ich, ich weiß. Vor einem Jahr schon – genauso wie das Jahr davor. Das schwedische Luciagebäck zum 13. Dezember ist zum safranleuchtenden Fixstern in meinem kulinarischen Himmelsgewölbe geworden – und obwohl ich der festen Überzeugung bin, mein Rezept dafür gefunden zu haben, konnte ich es heuer nicht lassen, etwas anderes auszuprobieren.



Die Lussekatter von Luise und David kommen etwas gesünder daher, wenn man so will. Vollkornanteil, Ahornsirup statt Zucker, ein wenig Joghurt hier, ein bissl Nussbutter da. Eine schöne Variation, wie ich finde – fluffig und leicht kommen sie aus dem Ofen und schmecken noch lauwarm besonders fein. Diese Chance gilt es übrigens zu nutzen – denn schon am nächsten Tag mutierten sie hier, altbacken und verrunzelt, zu Ladenhütern.


Vollkornlussekatter mit Dinkel & Joghurt

Zutaten für 16 Stück

1 Briefchen Safran
100 ml Kuh- oder Pflanzenmilch (ich habe hier Kuhmilch verwendet, es würde aber auch Dinkel– oder Mandelmilch gut passen)
30 g Butter
3 EL Ahornsirup
1 EL Erdmandelbutter (alternativ Mandelbutter oder andere Nussbutter)
125 g glattes Dinkelmehl
125 g Vollkorndinkelmehl
2 EL griechisches Naturjoghurt (10 % Fett)
¼ TL Salz
10 g frische Hefe (1/4 Würfel)

Zum Belegen
32 Rosinen

Zum Bestreichen
1 Dotter
1 EL Milch

1. Den Safran im Mörser fein pulverisieren.

2. Milch, Butter, Ahornsirup, Erdmandelbutter und Safran in einen kleinen Topf geben und unter Rühren nur soweit erwärmen, bis eine glatte und homogene Masse entstanden ist.

3. Die Milchmischung gemeinsam mit den beiden Mehlsorten, Joghurt und Salz in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben. Hefe hineinbröckeln.

4. Alles mit dem Knethaken auf mittlerer Stufe einige Minuten zu einem geschmeidigen und homogenen Teig verkneten. Der Teig sollte nicht mehr allzu klebrig sein. Gegebenenfalls nach Gefühl noch wenig Mehl hinzugeben.

5. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sein Volumen ungefähr verdoppelt hat.

6. Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und kurz durchkneten.

7. In 16 Teile teilen. Jeden Teigling rund schleifen und auf etwas Mehl absetzen. Abdecken.

8. Nun Teigling für Teigling Stränge von etwa 25 cm Länge und etwa 1 cm Durchmesser ausrollen. Die Stränge S-förmig eindrehen und mit genügend Abstand auf zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche legen.

9. Abdecken und weitere 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.

10. Inzwischen den Ofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

11. Die Lussekatter mit dem mit Milch verquirlten Ei bestreichen und jeweils zwei Rosinen einsetzen – die Rosinen ruhig beherzt und tief in den Teig drücken, damit sie sich nicht wieder herausbacken.

12. Lussekatter in etwa 10 Minuten goldbraun backen.

13. Herausnehmen, auf einem Kuchengitter etwas abkühlen lassen und noch lauwarm zu einer Tasse Tee genießen.



Nach einem Rezept von David und Luise / Green Kitchen Stories.

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