Samstag, 27. Mai 2017

Selten so gelacht


Steht ein blondgelockter, lieber und fröhlicher Lausbub vor mir, acht Lenze hoch, und erzählt mit einer unwiderstehlichen Mischung aus Mühlviertel, Mostviertel und Wien Ottakring in der Stimme folgenden Witz:

Kommt eine schwangere Frau zum Bäcker.
Sie sagt: Ich krieg einen Striezel.
Der Bäcker sagt: Sachen gibt’s…

Was hab ich gelacht. Stunden später noch haben mich die Worte eingeholt, immer wieder, ich hab mich gebogen, mir den Bauch gehalten, mir die Schenkel geklopft. Was tut Lachen gut. Was tun Lachkrämpfe gut! Und was tun Patenkinder gut, die solche Witze erzählen!


Patenbrezen aus Einkornbriocheteig

Meine Patenkinder, mittlerweile drei an der Zahl, haben heuer zu Ostern keinen Striezel, sondern eine Patenbreze erhalten. Diese Gebäckform ist eine wunderschöne Möglichkeit, meine Verbundenheit mit meinen Patenkindern auszudrücken. Entdeckt habe ich die Patenbreze im Buch Brot & Brauchtum von Elisabeth Schiffkorn.
Beim Teig habe ich mich für den Einkornbriocheteig aus dem Buch Natürlich backen von Anna Pevny entschieden und ihn leicht verändert (2 Eier statt 4 Dotter, etwas mehr Mehl, keine Rosinen). Er ist sehr gut zu formen, beim Backen wird er weich und flauschig und darüber hinaus schmeckt er auch noch ganz köstlich. Anna Pevny schreibt außerdem: Das Einkornvollkornmehl besitzt als einziges Getreide Beta-Carotin als Inhaltsstoff und hat deshalb eine wunderbar gelbe Farbe. Das ist nicht nur sehr schön, sondern auch gesund.

Zutaten für 3 Patenbrezen

Für den Teig
200 ml Milch
60 g Butter
250 g Einkornvollkornmehl
300 g Universalweizenmehl
1 große Prise Salz
1 EL Vanillezucker
abgeriebene Schale von ½ Zitrone
50 g Braunzucker
50 g Kristallzucker
1 Würfel frische Hefe
2 Eier

Zum Einstreichen
1 Ei
1 Prise Salz
1 Prise Zucker

Zum Bestreuen
Hagelzucker

1. Milch mit Butter lauwarm erwärmen.

2. In der Rührschüssel der Küchenmaschine die Mehle, Salz, Vanillezucker, Zitronenschale und die beiden Zuckersorten vermengen. Hefe einbröckeln. Zum Schluss noch die Eier und das Milch-Butter-Gemisch zugeben und mit dem Knethaken auf mittlerer Stufe etwa 8 Minuten zu einem glatten Teig verkneten.

3. Die Teigschüssel abdecken und den Teig etwa 1 Stunde rasten lassen.

4. Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, kurz durchkneten, mit einem Küchentuch abdecken und 15 Minuten entspannen lassen.

5. Teig dritteln, jedes Drittel rundwirken, die Teigkugeln auf ein bemehltes Brett setzen und abdecken.

6. Mit der ersten Teigkugel beginnen: Zuerst zwei hühnereigroße Teigstücke mit der Teigkarte abzwicken und beiseite legen. Den restlichen Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem etwa 1 m langen Strang ausrollen, der in der Mitte etwas dicker ist und zu den Enden hin spitz ausläuft. Den Strang vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech heben und dort zu einer Breze formen. Abdecken.

7. Die zwei kleinen Teigstücke jeweils halbieren, sodass vier Stücke entstehen. Aus drei davon auf der ganz leicht bemehlten Arbeitsfläche jeweils etwa 30 cm lange Stränge mit spitz auslaufenden Enden rollen. Diese drei Stränge zu einem Zopf flechten.

8. Das dicke mittlere Stück der Breze mit Wasser einstreichen, den Zopf auflegen und vorsichtig andrücken. 

9. Das verbliebene Teigstück nochmals halbieren, etwas flach drücken und mit einem kleinen Ausstecher Blümchen ausstechen. Die Enden des Zopfes auf der Breze mit Wasser einstreichen, die Blümchen darauf platzieren und andrücken.

10. Die fertige Breze abdecken und nochmals etwa 30 Minuten gehen lassen.

11. Währenddessen die anderen beiden Brezen auf die gleiche Weise herstellen und den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen (wer zwei Brezen auf einmal backen möchte, wählt Heißluft mit 160 °C).

12. Für die Eistreiche das Ei mit Salz und Zucker verquirlen und die Brezen damit einstreichen. Den Zopf mit Hagelzucker bestreuen.

13. Die Brezen im vorgeheizten Rohr 15 – 20 Minuten goldbraun backen.

14. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Kommentare:

  1. bei dir möchte man Patenkind sein ;-)
    mit Einkornmehl habe ich noch nicht gebacken, danke für den Tipp!
    lg

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    1. Ich backe auch erst seit kurzem damit, mag es aber sehr gern! Liebe Grüße!!

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  2. Vergiss nicht dein Bruderherz, welcher deinem Patenkind den Bäckerwitz beigebracht hat (Smile). Hast schon recht - bei so einem kleinen Wiener Striezi kommt der echt gut.

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  3. Hab' mir heute aus Mamas Speis Einkorn (aus Pregarten) gestohlen. Eigentlich wollte ich ihn für's Mädel wie Reis zubereiten... jetzt lacht mich aber dein Rezept an. ;-)

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    1. Und, was ist es dann geworden, liebe Barbara? Alles Liebe!

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